{"id":346,"date":"2014-02-09T12:07:41","date_gmt":"2014-02-09T10:07:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/?page_id=346"},"modified":"2014-02-09T12:18:07","modified_gmt":"2014-02-09T10:18:07","slug":"der-ahnenpass","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/?page_id=346","title":{"rendered":"Der &#8222;Ahnenpa\u00df&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lt. Wikipedia Stand 09.02.2014<\/strong><\/p>\n<p>== Entstehung ==<br \/>\n=== Vorgeschichte ===<br \/>\nDer Nachweis der \u201earischen Abstammung\u201c bis zu den Gro\u00dfeltern war im Zeit des Nationalsozialismus durch verschiedene Gesetze (N\u00fcrnberger Gesetze, Berufsbeamtengesetz, sp\u00e4ter auch Deutsches Beamtengesetz) vorgeschrieben. So beseitigte etwa das \u201eReichsb\u00fcrgergesetz\u201c \u2013\u00a0eins der beiden N\u00fcrnberger Gesetze \u2013 mit der Unterscheidung zwischen \u201eReichsb\u00fcrgern\u201c, die im vollen Besitz aller Rechte waren, und \u201eStaatsb\u00fcrgern\u201c, die nicht \u00fcber die Reichsb\u00fcrgerschaft verf\u00fcgten und unter Sonderrecht gestellt waren, die Gleichheit vor dem Gesetz. Um die Beh\u00f6rden auf solcher Grundlage handlungsf\u00e4hig zu machen, wurde 1933, kurz nach der so genannten \u201eMachtergreifung\u201c, der Ahnenpa\u00df eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>=== Hintergrund ===<br \/>\nDem Ahnenpa\u00df lag die Vorstellung der Zugeh\u00f6rigkeit zu einem \u201eVolk\u201c qua Genealogie statt aufgrund von kulturellen Merkmalen zugrunde. Seine Erfinder imaginierten ein \u201edeutsches Volk\u201c als \u201eBlutsgemeinschaft\u201c und als Kollektiv von Menschen mit angeborenen gemeinsamen Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen. Um innerhalb der Bev\u00f6lkerung nach rassistischen Kriterien die Angeh\u00f6rigen der \u201edeutschen Volksgemeinschaft\u201c von den rassisch unerw\u00fcnschten Minderheiten wie Juden, Roma und Sinti trennen und die einen privilegieren und die anderen aussondern zu k\u00f6nnen, bedurfte es administrativer Instrumente. Ein solches Instrument war der Ahnenpa\u00df.<\/p>\n<p>Die deutschen Genealogenvereine, mit Ausnahme des &#8220;Deutschen Roland&#8220;, beteiligten sich bis 1932 nicht an antisemitischen Bestrebungen.&#8220;Historische oder v\u00f6lkische Genealogie. Familiengeschichte oder Sippenforschung?&#8220; In: &#8220;Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert.&#8220; Neustadt an der Orla: Arnshaugk, 2013, S. 48-66, ISBN 978-3-944064-11-6. Das \u00e4nderte sich jedoch ab 1933 durch die vom Staat geforderten Abstammungsnachweise.&#8220;Die Machtergreifung der Viehz\u00fcchter&#8220;. In: &#8220;Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert.&#8220; Neustadt an der Orla: Arnshaugk, 2013, S. 66-90, ISBN 978-3-944064-11-6.<\/p>\n<p>Zwar war der Besitz eines Ahnenpasses keine Pflicht, er wurde aber doch jedermann \u2013 so auch Nicht-\u201eAriern\u201c \u2013 nahegelegt. Ihn zu erstellen, war aufw\u00e4ndig, weil Angaben nur aufgrund von Originalurkunden bzw. Beglaubigung|beglaubigten Abschriften anerkannt wurden. Ein vollst\u00e4ndiger, vom Standesamt und\/oder kirchlich beglaubigter Ahnenpa\u00df ersetzte den andernfalls geforderten Nachweis einzelner Geburts-, Tauf- und Trauurkunden.<\/p>\n<p>== Inhalt ==<br \/>\nEr enthielt Vordrucke zur Bescheinigung von Geburt, Taufe, Heirat und Tod des Inhabers und seiner Vorfahren bis zur f\u00fcnften Generation (Urururgro\u00dfeltern, auch: Generationsbezeichnungen, Altgro\u00dfeltern) nach Vorlage entsprechender Urkunden. Inwieweit er ausgef\u00fcllt sein musste, um als Nachweis zu dienen, war einzelfallabh\u00e4ngig; in der Regel wurden vollst\u00e4ndige Nachweise bis zur Generation der Urgro\u00dfeltern damals auch als ausreichend angesehen.<\/p>\n<p>== Verbleib ==<br \/>\nNach Vorlage bei einer Beh\u00f6rde oder Dienststelle wurde der Ahnenpa\u00df wieder ausgeh\u00e4ndigt. Das hei\u00dft, Ahnenp\u00e4sse sind nicht archiviert worden. Nur die Abstammungsnachweise von Angeh\u00f6rigen der Schutzstaffel (SS) wurden vom Rasse- und Siedlungshauptamt einbehalten und nach 1945 im Berlin Document Center archiviert und befinden sich heute in der Abteilung R des Bundesarchiv (Deutschland) in Berlin-Lichterfelde.<\/p>\n<p>== Literatur ==<\/p>\n<p>* &#8220;Der Ahnenpa\u00df des Ehepaares.&#8220; Verlag f\u00fcr Standesamtswesen, Berlin 1939.<br \/>\n* Eric Ehrenreich: &#8220;The Nazi Ancestral Proof: Genealogy, Racial Science, and the Final Solution.&#8220; Bloomington, Indiana: Indiana University Press, 2007, ISBN 978-0-253-34945-3<br \/>\n* Cornelia Essner: &#8220;Die \u201eN\u00fcrnberger Gesetze\u201c oder Die Verwaltung des Rassenwahns 1933\u20131945.&#8220; Sch\u00f6ningh, Paderborn 2002, ISBN 3-506-72260-3<br \/>\n* Volkmar Weiss: &#8220;Die Vorgeschichte des arischen Ahnenpasses.&#8220; In: &#8220;Genealogie&#8220;, 50. Jg. (2001) S. 417-436, 497-507 und 615-627.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lt. Wikipedia Stand 09.02.2014 == Entstehung == === Vorgeschichte === Der Nachweis der \u201earischen Abstammung\u201c bis zu den Gro\u00dfeltern war im Zeit des Nationalsozialismus durch verschiedene Gesetze (N\u00fcrnberger Gesetze, Berufsbeamtengesetz, sp\u00e4ter auch Deutsches Beamtengesetz) vorgeschrieben. So beseitigte etwa das \u201eReichsb\u00fcrgergesetz\u201c \u2013\u00a0eins der beiden N\u00fcrnberger Gesetze \u2013 mit der Unterscheidung zwischen \u201eReichsb\u00fcrgern\u201c, die im vollen Besitz [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-346","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=346"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/346\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":347,"href":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/346\/revisions\/347"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.familiehaertel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}